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Anime ist eine Abkürzung des englischen Begriffs animation und bezeichnet außerhalb von Japan, speziell in den westlichen Ländern, in Japan produzierte Zeichentrickfilme charakteristischer Machart. In Japan selbst steht Anime für alle Arten von Zeichentrickfilmen, für die im eigenen Land produzierten genauso wie für importierte.

Im Gegensatz zu Japan, wo Bildergeschichten, seäi es in Printform, sei es in bewegten Bildern, durchaus auch für Erwachsene salonfähig sind und ein Liebhaber sich nicht an "altersgerechte" Werke zu halten braucht, ist es im Westen, vor allem aber im deutschsprachigen Raume üblich, solcherlei Medien als Kinderkram abzutun.
Dies hatte zur Folge, dass, wenn überhaupt, zunächst nur "kindgerechte" Anime, so die hierzulande übliche Bezeichnung für japanischen Zeichentrick bzw. Produktionen in seinem Stil importiert oder gar eigens in Auftrag gegeben wurden. Zu "brutale" Vertreter wurden einer regelrechten kulturellen Zensur unterworfen, und in den Fällen, in denen man einen Anime dann einmal in seiner Originalität beließ, erzeugte dies postwendend eine heftige Abwehrreaktion auf seiten der Eltern und Pädagogen ob jener "Gewaltverherrlichung", wobei sich die Bezeichnung "Anime" erst Mitte der 70er eingebürgert hat und die dt.-europ. Koproduktionen häufig nicht mit ihr tituliert werden.
Erst mit der Zeit ließ man auch anspruchsvollere Vertreter ins Land, so dass gegen die Jahrtausendwende, und somit mehr als dreißig Jahre später als im Herkunftsland, allmählich ein immer größeres "erwachsenes" Liebhabertum entstand, obwohl der deutsche und überhaupt europäische Markt, im Gegensatz zum Japanischen, oder Amerikanischen, vergleichsweise wenig Gewicht besitzt.
Beispiel

Inhalt moderner Anime
Während europäische und amerikanische Zeichentrickfilme hauptsächlich auf ein jüngeres Publikum abzielen, kindgerechte Inhalte und Comedy daher im Vordergrund stehen und andere Genres eher Randerscheinungen darstellen, gibt es bei Anime ein breit gefächertes Themenspektrum für alle Altersstufen. Von Literaturverfilmungen (z. B. Das Tagebuch der Anne Frank) über Horror bis hin zu Sciencefiction werden nahezu alle Bereiche und Altersklassen abgedeckt. Auch gibt es Genres bei Anime, die fast ausschließlich in diesen vorkommen (z. B. Mecha-Serien über überdimensional große Roboter). Ein Schwerpunkt der Produktionen liegt allerdings auch in Japan bei TV-Serien für Kinder und Jugendliche, denen oft etwas mehr "zugemutet" wird als in westlichen Kinderfilmen üblich.

Bildsprache
Die meisten Anime zeichnen sich durch eine charakteristische Bildsprache aus. In sehr vielen Anime werden übergroße Körperteile als Betonung für bestimmte Situationen benutzt. So sind z. B. hochrote Köpfe ein Anzeichen für eine besonders große Peinlichkeit, viele Schweißtropfen im Gesicht stehen für Ahnungslosigkeit, eine große Schweißperle an der Schläfe zeigt Verlegenheit, Wut wird meist durch einen sehr großen Körper dargestellt, der sich über einen anderen beugt und diesen anschreit. Die so stark ausgeprägte Bildsprache wird hauptsächlich in den Anime für das jüngere Publikum benutzt, wie beispielsweise Pokémon, Digimon oder Hamtaro. Anime für das ältere Publikum mit eher ernstem Inhalt, wie Armitage III, X, Akira oder Prinzessin Mononoke verzichten dagegen häufig auf die üblichen Elemente der Bildsprache. Die satirisch konzipierte Excel Saga wiederum übertreibt diese Stilelemente bis ins Maßlose, um den Anime als solchen zu verballhornen.

Bedeutung von Anime in Japan
Anime sind ein fester Bestandteil des japanischen Kulturgutes. Die Bedeutung der Anime in Japan kann man an der Tatsache erkennen, dass die drei (bis 2003 erfolgreichsten Kinofilme in Japan Anime sind: Mononoke Hime (engl.: Princess Mononoke, dt.: Prinzessin Mononoke), Pokémon: Der Film und Sen to Chihiro no Kamikakushi (engl.: Spirited Away, dt.: Chihiros Reise ins Zauberland).
Pornographische Anime (sogenannte Hentai) machen nur einen kleinen Teil des japanischen Kaufvideo-Marktes aus, im Fernsehen und im Kino werden sie in Japan überhaupt nicht gezeigt. Im Gegensatz zu weit verbreiteten Vorurteilen liegt der Hentai-Anteil bei Anime nur bei ca. 5% der Gesamtproduktion. Dennoch beinhalten viele Anime erotische Ansätze, ohne dem Hentai zugeordnet werden zu können.

Veröffentlichungsarten
Anime-TV-Serien haben, ebenso wie auch westliche Cartoonserien, für gewöhnlich 13, 26 oder 52 Folgen, so dass bei wöchentlicher Ausstrahlung eine Laufzeit von einem viertel, einem halben oder einem ganzen Jahr erreicht wird. Im Gegensatz zu westlichen Serien sind die meisten Anime-Serien nicht als Endlosserien ausgelegt, obwohl insbesondere Manga-Verfilmungen oft auf weit mehr als 100 Folgen kommen können.
Neben TV-Serien und Kinofilmen gibt es noch ein weiteres Format für Anime: OVA (Original Video Animation), auch OAV (Original Animated Video) genannt, das speziell für den Kaufvideo- und DVD-Markt produzierte Anime bezeichnet. Die Zielgruppe sind meist junge Erwachsene, daher sind die Inhalte in der Regel mit viel Fanservice versehen.

Zusammenarbeit mit anderen Medien
Die meisten Anime und Anime-Serien beruhen auf erfolgreichen Mangas (beispielsweise Akira, Ghost in the Shell oder Rurouni Kenshin). Es gibt gelegentlich aber auch den umgekehrten Fall, bei dem aufgrund eines erfolgreichen Anime ein entsprechender Manga gezeichnet wird (zum Beispiel bei Neon Genesis Evangelion und Tenchi Muyo!). Manchmal wird der Manga nicht neu gezeichnet, sondern aus Einzelbildern des Anime und eingefügten Sprechblasen zusammengesetzt, was in Ermangelung eines standardisierten Fachbegriffes gewöhnlich als "Anime-Comic" bezeichnet wird (zum Beispiel bei Oh! My Goddess oder Card Captor Sakura). Oft ist auch die Computerspiel-Industrie in die Anime-Produktion involviert (zum Beispiel bei .hack, Pokémon, Yu-Gi-Oh), die auf Grundlage der Anime Computer- und Konsolenspiele produziert.

Quellenangabe: http://de.wikipedia.org/wiki/Animes